Die Pille danach

Die Pille danach wird auch als Nachverhütung bezeichnet. Sie kommt zur Anwendung, wenn ungeschützter Geschlechtsverkehr stattgefunden hat oder es zu einer Verhütungspanne gekommen ist, obwohl eine Schwangerschaft nicht gewünscht ist. Um mit dieser Methode der Verhütung danach eine mögliche Schwangerschaft zu verhindern, muss die Frau die Pille danach so schnell wie möglich, spätestens aber innerhalb von drei oder fünf Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr einnehmen.
Die Pille danach hat eine bewegte Geschichte. Sie wurde im Jahr 2013 in Deutschland mehr als 463.000  von der Apotheke ausgegeben, um im Notfall nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Geschlechtsverkehr mit fehlerhaft angewendeten Verhütungsmitteln (Pille vergessen, Kondom gerissen oder Kondom geplatzt) eine ungewollte Schwangerschaft, für geringen Kosten, zu verhindern und in der Folge die Rate von Schwangerschaftsabbrüchen zu senken. 

Die Zahlen des statistischen Bundesamts zeigen, dass die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche seit 2002 tatsächlich stetig zurückgeht1, was auch auf die die Anwendung der Pille danach zurückzuführen ist. Aktuell gibt es auf dem deutschen Markt von der Pille danach zwei Präparate mit unterschiedlichen Wirkstoffen und Nebenwirkungen. Die Pille danach ist seit dem 16. März 2015 rezeptfrei in ganz Deutschland erhältlich. Sie kann allerdings nur über eine Apotheke bezogen werden. Die Kosten für eine Pille danach liegen zwischen 18 und 30 Euro (Stand Februar 2016).

Nicht so sicher wie man denkt!

Vielen Frauen kennen sich mit der Pille danach und ihrer Wirkung nicht aus und schreiben ihr vom Hörensagen eine deutlich höhere Sicherheit zu, als sie tatsächlich hat. Denn nicht die Anwendung der Pille danach verhütet mit der höchsten Sicherheit eine Schwangerschaft, sondern die Spirale danach (schwangerschaftsverhütende Wirkung > 99 %), wenn die Einlage innerhalb von 5 Tagen nach dem Geschlechtsverkehr erfolgt.
Das Schwangerschaftsrisiko trotz Pille danach liegt bei 13 %, das heißt zwischen 1 und 3 Frauen von 100 werden trotz Einnahme der Pille danach ungewollt schwanger2.  

Diese wichtige Information über die Sicherheit der Pille danach bleibt vielen Frauen in der Notsituation leider vorenthalten. Da die Pille danach nicht verschreibungspflichtig ist, ziehen viel Frauen oft die Beratung beim Frauenarzt nicht in Betracht. Dieser könnte sie jedoch über weitere Optionen und die positiven Aspekte der Spirale danach aufklären.


Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang auch: Die schwangerschaftsverhütende Sicherheit der Pille danach nimmt ab, je mehr Zeit zwischen dem ungeschütztem Geschlechtsverkehr und der Anwendung der Pille danach vergangen ist.

Für die Pille danach als Notfallverhütung gilt dementsprechend: Je schneller eingenommen, desto höher die Sicherheit!


Auch Übergewicht oder Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln können die Sicherheit
der Pille danach beeinträchtigen! Um mit der Einnahme der Pille danach die höchstmögliche
Sicherheit zu erlangen, sind einige Spielregeln zu beachten.


Mehr zur Pille danach und ihrer Sicherheit finden Sie hier!


1 Statistisches Bundesamt: Abzurufen unter https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Gesundheit/Schwangerschaftsabbrueche/Schwangerschaftsabbrueche.html
2 Stellungnahme der DGGEF e.V. und des BVF e.V.: Notfallkontrazeption – ein Update vom 4.02.2013