Wirkung Pille danach

Die Pille danach und ihre Wirkung

Wer nach einer Verhütungspanne eine Notfallverhütung benötigt, der sollte über die Pille danach und ihre Wirkung genau Bescheid wissen. Denn immer wieder kann festgestellt werden, dass Mädchen und Frauen zwar von der Möglichkeit der Pille danach wissen, ihre genaue Wirkung, ihre Sicherheit und die damit verbundenen Bedingungen, jedoch nicht kennen. Weder über die Pille danach und ihre genaue Wirkung sind Frauen gut informiert, noch über die möglichen Anwendungsfehler oder Nebenwirkungen der Pille danach.
Beide Präparate der Pille danach haben die Wirkung, dass sie die Eireifung hemmen und den Eisprung nach hinten verschieben. Das Pille danach-Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (ellaOne®) hat in klinischen Untersuchungen dabei eine bessere Wirkung bewiesen, weil es im Gegensatz zur Pille danach mit Levonorgestrel (PiDaNa®) auch noch kurz vor dem Eisprung wirkt und diesen nach hinten verschiebt.1 Die Pille danach kann diese Wirkung allerdings nur entfalten, wenn der Eisprung noch nicht stattgefunden hat. Sollte der Eisprung schon stattgefunden haben, kann nur noch die Einlage einer Kupferkette oder einer Kupferspirale als Spirale danach mit der höchsten Sicherheit im Bereich der Notfallverhütungsmethoden eine mögliche Schwangerschaft im Nachhinein verhindern. Die Herausforderung dabei ist, dass sich nur schwer feststellen lässt, ob im aktuellen Zyklus der Frau der Eisprung bereits stattgefunden hat oder nicht. Die Frau, der es am wichtigsten ist durch die Anwendung der Notfallverhütung, eine mögliche Schwangerschaft zu verhindern, diejenige sollte sich aufgrund dem Aspekt der höchsten Sicherheit für die Einlage einer Kupferkette oder einer Kupferspirale entscheiden.
Bei Einnahme rechtzeitig vor dem Eisprung verhütet die Pille danach durch ihre Wirkung mit hoher Wahrscheinlichkeit eine mögliche Schwangerschaft. Um der Pille danach eine maximale Wirkung zu ermöglichen, sollte sie innerhalb von 1224 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Je später die Pille danach eingenommen wird, desto geringer ist ihre Wirkung und desto mehr reduziert sich die Sicherheit, mit welcher die Wirkung der Pille danach eine mögliche Schwangerschaft verhindert.

 

 

Pille danach

mit Ulipristalacetat 30 mg (ellaOne®) 

Pille danach

mit Levonorgestrel 1,5 mg (PiDaNa®) 

Spirale danach

Kupferkette oder Kupferspirale (GyneFix®) 

Wirkung 

Ei-Reifung wird gehemmt und der Eisprung nach hinten verschoben, um Überlebensdauer der Spermien zu überbrücken – wirkt im Gegensatz zur Levonorgestrel-Pille danach auch noch während dem LH-Anstieg kurz vor dem Eisprung

Ei-Reifung wird gehemmt und der Eisprung nach hinten verschoben, um Überlebensdauer der Spermien zu überbrücken  

1. Phase: Störung der Spermium-Eizell-Interaktion zur Verhinderung einer Befruchtung; 2. Phase: Die Einnistung einer befruchteten Eizelle würde verhindert werden (Nidationshemmung bzw. Implantationshemmung)

Wirkungsstabilität

Wirkung reduziert sich, je mehr Zeit zwischen ungeschütztem Geschlechtsverkehr und der
Einnahme vergangen ist   

Wirkung reduziert sich, je mehr
Zeit zwischen ungeschütztem Geschlechtsverkehr und der Einnahme vergangen ist  

Innerhalb von 5 Tagen gleichbleibend 99 %   

Wirksamkeit    

 ca. 75–84 %2

 ca. 55–60 %3

 99,00 %4

Zeitfenster für die Anwendung   

So schnell wie möglich bis spätestens 5 Tage (120 Stunden) nach Verhütungspanne

So schnell wie möglich bis spätestens 3 Tage (72 Stunden) nach Verhütungspanne

Bis spätestens 5 Tage (120 Stunden) nach Verhütungspanne

Tabelle: Wirkung der Pille danach – Spirale danach

Die Pille danach und ihre Wirkung im Detail

Die Pille danach und ihre Wirkung haben nach der Einnahme zur Folge, dass die Eireifung gehemmt wird und eine Verschiebung vom Eisprung nach hinten im Zyklus der Frau erfolgt. Dabei sollen weder das Pille danach-Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (ellaOne®) in der Dosis 30 mg, noch das Pille danach-Präparat mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (PiDaNa®) in der Dosis 1,5 mg in ihrer Wirkung die Einnistung einer befruchteten Eizelle beziehungsweise eines befruchteten Eies in der Gebärmutter verhindern5.
Dementsprechend fungiert die Pille danach in ihrer Wirkung nicht hemmend auf eine Implantation einer bereits befruchteten Eizelle und verhindert daher auch mit einer geringeren Sicherheit eine Schwangerschaft, als die Spirale danach.
Beide Pille danach-Präparate haben in ihrer Wirkung zum Ziel, die Reifung der Eizelle zu hemmen und durch eine Verzögerung beziehungsweise Unterdrückung des LH-Höhepunktes den Eisprung nach hinten zu verschieben. LH ist die medizinische Abkürzung für den Begriff „luteinisierende Hormon“, dessen Konzentration im Zyklus der Frau stark ansteigt und mit seinem Höhepunkt (LH-Peak) den Eisprung auslöst.
Die Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat 30 mg (ellaOne®) zeigt auch noch Wirkung, wenn der LH-Spiegel bereits angestiegen ist, also auch noch bei Einnahme kurz vor dem Eisprung. Die Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel 1,5 mg (PiDaNa®) kann den Eisprung bei bereits ansteigen im LH-Spiegel nicht mehr unterdrücken bzw. nach hinten verschieben.
Der Sinn der Verschiebung des Eisprung nach hinten durch die Einnahme der Pille danach und ihre Wirkung liegt darin, das fruchtbare Fenster der Frau zu überbrücken, denn die maximale Überlebenszeit der Spermien im Körper der Frau beträgt 35 Tage. Durch die Verschiebung vom Eisprung für fünf Tage nach hinten findet der Eisprung erst statt, wenn die Spermien im Körper der Frau nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr bereits abgestorben sind. In diesem Zusammenhang ist unbedingt zu beachten, dass die Frau nach der Einnahme der Pille danach für den restlichen Zyklus zusätzliche Verhütungsmittel (zum Beispiel das Kondom) anwendet.

Die Spirale danach hat eine bessere Wirkung als die Pille danach

Die wichtigste Information in diesem Zusammenhang ist, dass es gar nicht die Pille danach ist, welche die beste Wirkung mit der höchsten Sicherheit als Notfallverhütung zur Vermeidung einer Schwangerschaft nach einer Verhütungspanne bietet.
Die Notfallverhütungsmethode mit der höchsten Sicherheit (über 99 %) ist nämlich nicht die Pille danach, sondern es ist die Spirale danach durch die Einlage der Kupferkette oder der Kupferspirale innerhalb von fünf Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Spirale danach bietet eine signifikant höhere Sicherheit im Vergleich mit der Pille danach zur Vermeidung einer Schwangerschaft im Nachhinein nach einer Verhütungspanne, wird aber leider nur selten Frauen in der Notsituation angeboten oder vom Frauenarzt in der Beratung erwähnt. Wer als Frau Wert auf die Notfallverhütungsmethode mit der höchsten Sicherheit legt, entscheidet sich für die Kupferkette oder die Kupferspirale, welche gleichzeitig den Vorteil bietet, dass sie direkt im Anschluss für mehrere Jahre in der Gebärmutter verbleiben und als sichere Verhütungsmethode verwendet werden kann. Die Kupferkette ist dabei das Modell, welches auch für Mädchen und junge Frauen als Notfallverhütung geeignet ist. Interessierten Frauen bleibt es leider nicht erspart, in der Notsituation die Gynäkologen in der Umgebung abzutelefonieren, um zu erfragen ob dort die Spirale danach eingelegt wird, denn nicht jeder Frauenarzt praktiziert diese Vorgehensweise. Eine Liste der im Notfall einlegenden in Gynäkologen der Kupferkette in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Spirale danach

Hier geht es weiter zu den Nebenwirkungen der Pille danach

 


 1 Fachzeitschrift FRAUENARZT Nr. 12/2013, S. 1183: Was muss der Gynäkologe zum Thema Notfallkontrazeption wissen? Von M. Schorsch, W. Harlfinger, R. Gomez, R. Seufert
2 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) e.V. und Berufsverband der Frauenärzte (BVF) Thomas Rabe und Christian Albring: Notfallkontrazeption – ein Update S. 2 – Update vom 4.02.2013
3 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) e.V. und Berufsverband der Frauenärzte (BVF) Thomas Rabe und Christian Albring: Notfallkontrazeption – ein Update S. 3 – Update vom 4.02.2013
4 Deutsche Gesellschaft für Gynäkologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin (DGGEF) e.V. und Berufsverband der Frauenärzte (BVF) Thomas Rabe und Christian Albring: Notfallkontrazeption – ein Update S. 3 – Update vom 4.02.2013
5 Kristina Gemzell-Daniellsson et al.: Emergency contraception – mechanism of action (2012)